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Pressemitteilungen der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung 2003
30.09.2003
Emnid Studie: Was denken die Deutschen über Palliative-Care? Neues Konzept für ein menschenwürdiges Sterben in Deutschland. Stuttgart. „Jeder Mensch muss sterben. Aber keiner denkt darüber nach, wie er seine letzte Lebensphase gestalten will“, sagt Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung. „Das Verdrängen des Themas führt dazu, dass von den Verantwortlichen im Gesundheitssystem Missstände in der Versorgung schwerstkranker Menschen totgeschwiegen werden.“ Fakt ist, dass nur zwei Prozent der Sterbenden in Deutschland durch Palliative-Care versorgt werden. Palliative-Care ist die umfassende medizinische und pflegerische Versorgung mit psychosozialer Begleitung von unheilbar kranken Menschen. Auf der Landespressekonferenz in Stuttgart stellte Eugen Brysch heute die erste Emnid-Studie zu Palliative-Care in Deutschland vor. Das Ergebnis: Viele Menschen wissen nur sehr wenig über die umfassende Versorgung von unheilbar kranken Menschen. Außerdem wünschen sich die meisten der Befragten einen schnellen und plötzlichen Tod. Damit dokumentieren sie, dass sie das Thema Sterben tabuisieren. Denn tatsächlich sterben die meisten Menschen in Deutschland an oft langjährigen schweren Erkrankungen. Palliative-Care muss fester Bestandteil der Regelversorgung werden Für viele Menschen erscheint mangels Information und Aufklärung aktive Sterbehilfe als einfachere Lösung. Damit werden aber die Mängel im bestehenden Gesundheitssystem zementiert, anstatt sie zu hinterfragen und dringend notwendige Reformen einzuleiten. Die Deutsche Hospiz Stiftung als Anwalt der Sterbenden und Schwerstkranken fordert deshalb eine grundlegende Umstrukturierung des Gesundheitssystems. Dazu gehört die Einführung von persönlich Tagesbudgets für Schwerstkranke und Sterbende als Wahlmöglichkeit in den letzten zwölf Monaten, um dem Begleitauftrag im Gesundheitssystem Raum zu geben. Außerdem muss Palliative-Care zum festen Bestandteil der Regelversorgung werden. „Jeder Sterbende soll umfassend versorgt werden. Es darf kein Sterben erster und zweiter Klasse geben“, sagt Eugen Brysch. Hintergrund Die gemeinnützige und unabhängige Deutsche Hospiz Stiftung ist die Patientenschutzorganisation der Schwerstkranken und Sterbenden. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Beiträgen von Mitgliedern und Förderern. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen DZI hat der Stiftung sein Spendensiegel verliehen, das Markenzeichen seriöser spendensammelnder Organisationen. Schirmherrin der Stiftung ist die Schauspielerin Uschi Glas.
26.09.2003 Deutsche Hospiz Stiftung: Schwerstkranke brauchen keine Hilfe zum Suizid, sondern Hilfe zum Leben
18.09.2003 Deutsche Hospiz Stiftung: Finanzminister Eichel tritt die Rechte der Schwerstkranken mit den Füßen
10.07.2003 BGH-Beschluss zu Patientenverfügungen nicht haltbar - Deutsche Hospiz Stiftung fordert Korrektur
10.04.2003 BGH-Entscheidung schafft Chaos - Deutsche Hospiz Stiftung: Politik hat beim Betreuungsgesetz versagt
13.02.2003 OLG München: Wachkomapatient ist kein Sterbender - Deutsche Hospiz Stiftung begrüßt Urteil
20.01.2003 Beratungshotline der Deutschen Hospiz Stiftung beweist - Frauen werden am Ende allein gelassen |
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