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Eine gute Entscheidung gibt Kraft - rechtzeitig vorsorgen „Hätten wir geahnt, wie wichtig eine Patientenverfügung sein kann, wir hätten uns noch viel eher mit der Deutschen Hospiz Stiftung in Verbindung gesetzt. So sind wir knapp an einer Katastrophe vorbeigeschlittert.“ Roswitha Paul ist die Erschütterung über das Erlebte noch immer anzusehen. Sie blättert in ihrem Fotoalbum. Liebevoll betrachtet sie ein Urlaubsfoto, das sie Arm in Arm mit ihrem Mann Alfred zeigt. Sie erinnert sich: „Zweimal im Jahr haben wir uns von allen Verpflichtungen losgeeist und sind verreist. Das waren immer wunderbare Tage.“ ![]() Ein Erinnerungsfoto: Alfred und Roswitha Paul sind immer gern gereist. Doch im März 2002, kurz vor einer geplanten Reise, fühlt sich Alfred Paul plötzlich schlecht und bricht zusammen. Die Ärzte stellen bei dem 65-Jährigen eine Gehirnblutung fest. Zwei schwere Operationen muss er überstehen. Seine Frau verbringt jede freie Minute an seinem Bett: „Alfred hatte immer einen ganz starken Willen, hat fleißig trainiert, um wieder laufen zu lernen. Er wollte nach Hause - zurück zu mir.“ Nach einer Reha kann das Ehepaar bereits kleine Spaziergänge machen. Das macht Alfred Paul sehr stolz. Doch die schwere Leidenszeit stimmt den pensionierten Lokführer nachdenklich. Roswitha Paul erinnert sich: „Mein Mann hatte sich vorgenommen zu kämpfen. Aber er sagte auch zu mir: Wenn es soweit ist, sollen mich die Ärzte in Frieden gehen lassen." „Offen über die letzten Tage sprechen...“ Das Paar setzt eine Patientenverfügung auf. Sie wollen festlegen, welche ärztlichen Behandlungen bei schwerer Krankheit durchgeführt werden dürfen. Doch mit dem selbst verfassten Text fühlen sich die Pauls unsicher. Wird der Arzt ihren Willen befolgen? Darf ein Ehepartner wirklich für den anderen entscheiden? Hilfe suchend wenden sie sich an die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung. Eine Beraterin der Stiftung prüft die Dokumente der beiden Mitglieder und stellt fest: Die Zweifel der Eheleute sind berechtigt. Ihre Dokumente sind ungenau formuliert und werden im Ernstfall wenig nützen. Gemeinsam erarbeiten sie praxistaugliche, individuell abgestimmte Vorsorgedokumente. Diese werden im Bundeszentralregister Willenserklärung der Stiftung registriert. Die Eheleute haben jetzt ein gutes Gefühl: Sie sind sich nun endlich sicher, in einer schwierigen Situation die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung an ihrer Seite zu wissen. „Von einem Tag auf den anderen war alles anders...“ „Was für ein Glück, dass wir das gerade noch rechtzeitig gemacht haben“, sagt Roswitha Paul heute. Denn nur drei Monate später war alles anders. Von einem Tag auf den anderen bekommt ihr Mann eine schwere Lungenentzündung. Alfred Paul fällt ins Koma. Im Krankenhaus erfährt Roswitha Paul die niederschmetternde Diagnose. Die Organe ihres Mannes sind so geschädigt, dass er das Bewusstsein nicht wiedererlangen wird. Frau Paul sieht ihren Mann, umgeben von Schläuchen, angeschlossen an eine Beatmungsmaschine. „Das wollte er nie. Immer hat er gesagt, wenn es mal so weit ist, dann musst du dafür sorgen, dass die Geräte abgeschaltet werden.“ ![]() Sie haben rechtzeitig Vorsorge getroffen: Dank seiner Patientenverfügung durfte Alfred Paul einen selbstbestimmten letzten Weg gehen. Roswitha Paul holt die Vorsorgedokumente ihres Mannes. Sie erinnert sich heute noch an die Worte des behandelnden Arztes: „So ein gut formuliertes Dokument habe ich noch nie gesehen. Meistens bringen die Leute Formulare oder vorgefertigte Mustertexte. Die sind in der Praxis schwer umsetzbar.“ Gemeinsam beschließen sie, Alfred noch eine Woche weiterzubehandeln. Wenn sich nichts bessert, sollen die Geräte abgeschaltet werden. Frau Paul ist sich sicher, das Richtige für ihren Mann zu tun. Mit einer schweren Entscheidung nicht allein sein Dennoch fühlt sie sich mit der schweren Entscheidung allein. Sie ruft bei der Deutschen Hospiz Stiftung an, erhält wichtige Informationen und findet dort seelischen Beistand. Am Bett ihres Mannes nimmt Roswitha Paul nach und nach Abschied. Heute, sagt sie, sei sie froh, dass er nicht länger leiden musste. Dank seiner Patientenverfügung durfte er einen selbstbestimmten letzten Weg gehen. Daraus schöpft sie jetzt die Kraft, auch allein wieder positiv durchs Leben gehen zu können. Praktischer Patientenschutz: Rat und Hilfe bei der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung Wie die Eheleute Alfred und Roswitha Paul suchen viele Menschen bei der Patientenschutzorganisation Rat und Hilfe. Manche informieren sich über Patientenverfügungen. Einige fragen nach Patientenrechten. Andere brauchen seelischen Beistand. Das multiprofessionelle Team leistet täglich praktischen Patientenschutz: am Telefon oder im persönlichen Gespräch. Brauchen Sie selbst Hilfe oder möchten Sie Hilfe für andere Menschen ermöglichen? Jetzt kommt es auf Sie an. Bitte spenden Sie oder werden Sie Mitglied. Damit wir auch weiterhin Tag für Tag vielen Menschen hilfreich zur Seite stehen können. |
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Service Patientenverfügung
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